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Woran erkennt man nachhaltige Firmenbekleidung?

Belastbar sind drei Dinge: geprüfte Zertifikate am Produkt, nachvollziehbare Produktionsbedingungen und der Transportweg. Kustom weist bei Shop-Produkten den OEKO-TEX STANDARD 100 aus und unterhält seit 2011 ein eigenes Schweizer Einkaufsbüro in Shenzhen, das Fabriken vor jedem Engagement persönlich prüft. Alles andere — Materialentscheide, Lebensdauer, Transport — gehört ehrlich abgewogen statt pauschal beworben.

Zertifikat am Produkt
OEKO-TEX® STANDARD 100 (im Shop ausgewiesen)
Eigenes Einkaufsbüro
Shenzhen, seit 2011
Fabrikprüfung
Persönlicher Besuch vor jedem Engagement
Transport
See-, Zug- und Luftfracht — Zug als CO₂-ärmere Option
Verzollung
Über das Freihandelsabkommen Schweiz–China

Zertifikate: der überprüfbare Teil

Zertifikate sagen nicht alles, aber sie sind der einzige Teil, den Sie selbst nachprüfen können. Bei Shop-Produkten ist der OEKO-TEX STANDARD 100 ausgewiesen — er bestätigt, dass das fertige Textil auf Schadstoffe geprüft ist.

Wichtig ist, ihre Reichweite zu kennen: Kein Label deckt alles ab. OEKO-TEX sagt nichts über Arbeitsbedingungen, GOTS nichts über den Transportweg, GRS nichts über Schadstoffe. Wer die Kombination kennt, kann Aussagen einordnen statt ihnen zu vertrauen.

Bei den geführten Marken gibt es deutliche Unterschiede im Engagement. Hersteller wie Hakro oder Mascot sind in diesem Bereich vorbildlich unterwegs und legen eigene Programme und Prüfberichte offen.

LabelPrüftSagt nichts aus über
OEKO-TEX® STANDARD 100Schadstofffreiheit des fertigen TextilsArbeitsbedingungen, Ökobilanz
GOTSBio-Fasern plus soziale und ökologische KriterienTransportweg, Nutzungsdauer
GRSRecyclinganteil und dessen RückverfolgbarkeitSchadstoffe, Sozialstandards
bluesign®Chemikalien- und Ressourceneinsatz in der ProduktionFaserherkunft
Fairtrade CottonFaire Bedingungen im BaumwollanbauWeiterverarbeitung, Konfektion
Die gängigen Labels und was sie tatsächlich aussagen

Produktionsbedingungen: warum eigene Leute vor Ort zählen

Der Unterschied zwischen einer Absichtserklärung und tatsächlicher Kontrolle liegt darin, ob jemand hinfährt. Kustom unterhält seit 2011 ein eigenes Schweizer Einkaufsbüro in Shenzhen mit geschulten Mitarbeitenden vor Ort.

Jede Fabrik wird vor einem Engagement persönlich besucht und geprüft. Faire Arbeitsbedingungen und hohe soziale Standards sind dabei Voraussetzung, nicht Verhandlungssache. Daraus ergibt sich exklusiver Zugang zu geprüften Produktionsstätten — und laufende Qualitätskontrolle direkt in der Fertigung statt erst beim Wareneingang in der Schweiz.

Das beantwortet auch die kritischste Frage, die uns gestellt wird: Ist Produktion in China per se unfair? Nein — entscheidend ist, ob jemand kontrolliert, wo produziert wird. Ohne eigene Präsenz vor Ort bleibt es bei Zusicherungen auf Papier.

Transportweg: der oft übersehene Hebel

Wie die Ware in die Schweiz kommt, beeinflusst die CO₂-Bilanz stärker als die meisten Materialentscheide. Neben See- und Luftfracht nutzen wir die Zugverbindung als deutlich CO₂-ärmere Option — sie liegt zeitlich zwischen Schiff und Flugzeug.

Wer früh genug plant, kann den Transportweg bewusst wählen. Das ist einer der Gründe, warum sich Vorlaufzeit auch ökologisch auszahlt: Luftfracht ist fast immer eine Folge von Zeitdruck, nicht von Notwendigkeit.

Die Verzollung läuft über das Freihandelsabkommen Schweiz–China.

Der grösste Hebel bleibt die Nutzungsdauer

Die nachhaltigste Bekleidung ist die, die lange getragen wird. Ein robusteres Textil mit haltbarer Veredelung, das fünf Jahre im Einsatz bleibt, schlägt in der Gesamtbilanz jede zertifizierte Ware, die nach einer Saison ersetzt wird.

Deshalb gehören Materialqualität, passende Veredelung und Nachkaufsicherheit zur Nachhaltigkeitsfrage dazu — auch wenn sie auf keinem Label stehen.

Was wir noch nicht anbieten

Eine überzeugende Rücknahmelösung für Alttextilien haben wir derzeit nicht. Wir halten das für eine echte Lücke und suchen aktiv nach einer Partnerschaft in diesem Bereich.

Bis dahin sagen wir es lieber offen, als eine Lösung zu versprechen, die es noch nicht gibt. Konkrete Kennzahlen zu unserer eigenen Bilanz finden Sie im Impact-Report.

Häufige Fragen

Welche Zertifikate weist Kustom aus?

Bei Shop-Produkten ist der OEKO-TEX® STANDARD 100 ausgewiesen. Zusätzlich führen einzelne Marken wie Hakro oder Mascot eigene Nachhaltigkeitsprogramme.

Wie werden die Produktionsbedingungen kontrolliert?

Über das eigene Schweizer Einkaufsbüro in Shenzhen, das seit 2011 besteht. Jede Fabrik wird vor einem Engagement persönlich besucht und geprüft; faire Arbeitsbedingungen sind Voraussetzung.

Ist Produktion in China automatisch unfair?

Nein. Entscheidend ist, ob kontrolliert wird, wo produziert wird. Ohne eigene Präsenz vor Ort bleibt es bei Zusicherungen auf Papier — deshalb unterhält Kustom ein eigenes Einkaufsbüro in Shenzhen.

Nimmt Kustom alte Textilien zurück?

Derzeit nicht. Für eine überzeugende Recycling-Lösung sucht Kustom aktiv eine Partnerschaft.

Welcher Transportweg ist am umweltfreundlichsten?

Von den genutzten Wegen ist die Zugfracht die CO₂-ärmere Option gegenüber der Luftfracht. Voraussetzung dafür ist ausreichend Vorlaufzeit.

Was bringt am meisten für die Ökobilanz?

Die Nutzungsdauer. Ein robustes Textil mit haltbarer Veredelung, das jahrelang getragen wird, schlägt in der Gesamtbilanz zertifizierte Ware, die nach einer Saison ersetzt wird.

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